Im Augenwinkel des Mythos
DesignArt als Kunstentwurf


Interessant sind immer die Rand-
gebiete, die in eine verheissungs-
volle Stille ausfransen.

 
 
Dort, wo Logos und pure Materie nicht mehr dominieren, ist auch genügend Raum für Mythos.
Der französische Philosoph Roland Barthes verstand den Mythos als ein Mitteilungssystem, als eine Form, die eine Bedeutung transportiert.

In diesem Sinne könnte man Möbel, Objekte und Einrichtungsgegenstände auch als mythosbezogen ansehen. `Ceci n`est pas une chaise`- ein Stuhl ist eben nicht nur ein Stuhl.

Designobjekte streben genauso wie der Mythos nach dem Schönen und Erhabenen. Licht sorgt nicht nur für Helligkeit, sondern erleuchtet regel-
recht. Sitzmöbel eröffnen unter-
schiedlichste Raumwahrnehmungen, Materialoberflächen versprühen Sinn-
lichkeit und geometrische Komposi-
tionen bilden Winkel und verleihen Lebenswirklichkeiten einen neuen Rahmen.

Mit dem Begriff `DesignArt` wird diese fast schon metaphysische Nuance des Designs unterstrichen.
Exklusive Designentwürfe verleihen Alltagsobjekten eine besondere Aura.

Dabei ist Exklusivität nicht im eli-
tären, sondern im individuellen Sinne zu verstehen.
Designer umspannen ihre einzig-artigen Entwürfe mit einem aura-
tischen Rüstzeug, das sich nicht nur in Form und Material ausdrückt.
Objekte und Möbel sind Module, die auf etwas Übergeordnetes, auf etwas nicht sofort Sichtbares verweisen. Und genau das ist es, was letztendlich eine Kommunikation mit dem Menschen ermöglicht. Dabei ist das Spannungsfeld interessant, das sich zwischen Objekt und Betrachter aufbaut. In diesem Zwischenraum, den man eher unbewusst aus dem Augenwinkel wahrnimmt, entsteht der Mythos, das Erhabene und ewig Schöne.

Die profane Begegnung mit einem Designgegenstand wird zu einer ART Beziehung.
In solchen Momenten offenbart sich die Kunst im Design.