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Der Künstler Andreas Grahl betrachtet auf ganz originäre Weise die Welt der Objekte als sein zu bearbeitendes Terrain. Er versetzt alltägliche Gegenstände in völlig neue Zusammenhänge, verändert Proportionen, Materialien oder gewohnte Situationen.

So erreicht er, dass das Publikum gewohnte Sichtweisen in Frage stellt. Dies gelingt dem Künstler auf humorvolle Weise, da er den Dingen ihre kausale Logik und ihre Rationalität nimmt.

Er lädt sie durch diese Interventionen mit einer anderen Bedeutung auf und verleiht ihnen einen neuen Sinn oder eine neue Sinnlichkeit. Seit seinem Fotografie-Studium widmet er sich u.a. dem Phänomen des Lichts, das er in verschiedenen Arbeiten behandelt.

Auch hier hinterfragt er gewohnte Sichtweisen: Die an Leuchtreklame-Kästen erinnernden Licht-Objekte transportieren keine Werbebotschaften mehr, sondern verströmen nur noch kaltes Neonlicht, sein metallischer ‚Eckenschoner‘ dient außer dem mehr oder weniger praktischen Zweck, die dahinterliegende Ecke zu schützen, dem der ästhetischen Reflektion seiner Umgebung.

 

In seinen neuesten Arbeiten benutzt und verfremdet er das Design simpler Gebrauchsgegenstände und kombiniert eigentlich nicht zusammengehörige Objekte zu spannenden Kunstwerken.

Ein übergroßer schwarzer Abflusspfropfen wird zum Kopf,

 

eine stark vergrößerte, vertikal aufgehängte Servierplatte zum Körper seiner Kunstfigur ‚James‘ - einem Nasenring tragenden schwarzen Sklaven in weißer Livrée.

Auch seine Schöpfung ‚Irene‘ hat es in sich: eine ordinäre, in Aluminium abgeformte Wärmflasche bläht sich wie eine Schwangere auf ihrem filigranen Sockel und krümmt sich, als litte sie unter Presswehen - aus einem leblosen Ding wird ein fühlendes Wesen. Andreas Grahl transponiert durch diese Manipulationen die objektiven Bilder des Realen in die Sphäre der Kunst und konfrontiert so den Betrachter mit seiner subversiven Gedankenwelt.