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Das Design des Niederländers Richard Hutten ist ebenso innovativ wie variationsreich und machte den Mitbegründer des berühmten Kollektivs Droog Design zu einem der einflussreichsten und renommiertesten zeitgenössischen Gestalter seiner an Designern reichen Heimat.

Seine Arbeit umfasst außer dem Entwerfen unkonventioneller Möbel seit den späten 90er Jahren auch raumgreifende Konzepte für Interior-Projekte und Museumsschauen. Er selbst beschreibt sein Design als humorvoll, freundlich und überraschend und ist überzeugt davon, dass man kluge Ideen mit relativ einfachen Mitteln realisieren kann. Und seine Objekte bestätigen diese Philosophie, wie zum Beispiel sein früher ‚Table-Chair‘, einem aus zwei Teilen bestehenden Stuhl, dessen Sitzfläche aus einem quadratischem Hocker besteht und dessen U-förmiges Arm- und Rückenlehnenelement wahlweise auch einen Tisch bilden kann.

In den letzten Jahren hat er sich verstärkt dem Entwurf von Arbeiten gewidmet, die durch Akkumulation gleichartiger Formen oder durch ‚Layering‘ - dem Aufeinanderschichten diverser Lagen von Material- ihre signifikanten Formen erhalten. So setzt er seinen ‚Cloud-Chair‘ aus vielen hochglanzpolierten Kugelsegmenten zusammen, was diesem Sitzmöbel eine Aura von Science-Fiction verleiht, aber auch an komplizierte trigonometrische Geometrien oder eine Ansammlung von Blasen erinnert. Sein ‚Muybridge Chair‘, benannt nach einem frühen Pionier der bewegten Bilder, besteht

 

hingegen aus 53 Faserplatten, die nach einer Sequenz von Fotos, die von einem sitzenden Körper in einer kreisförmig um diesen herumgeführten Ansicht gemacht wurden, dann mit dem Laser ausgeschnitten und anschließend in der Form eines Sessels verleimt wurden. So werden aus Huttens eigenen Schenkeln der Sitz und aus seinem Oberkörper der Rücken dieser benutzbaren ‚Bewegungsstudie‘ geformt. Die Werkgruppe jedoch, die das ‚Layering‘ am stärksten in den Focus rückt, besteht aus den ‚Book Chairs‘ und den ‚Book Tables‘. Denn diese Objekte realisiert Hutten aus einer Vielzahl von realen Büchern, die ja im Grunde selbst nichts anderes sind als aufeinandergeschichtete Buchseiten. Diese Bücher mit ihren farbenfreudigen Leineneinbänden schichtet er ganz einfach in Form von Sesseln und Tischen aufeinander, verbindet sie mit einer unsichtbaren Konstruktion untereinander und überzieht die fertigen Möbel-Skulpturen zum Schutz mit Kunstharz.

Und obwohl diese eigentlich doch recht simple Technik manchen an das Bauklötzchen-Prinzip aus Kindertagen erinnern mag, üben diese Objekte auch einen sehr viel philosophischeren Reiz aus, der mit einem Tisch einen ‚Schreib‘-tisch evoziert und mit einem Sessel einen ‚Lese‘-Sessel.